Mangelware Lkw-Parkplätze 

 

auf  Autobahnen und daraus resultierende Folgen

 

Rainer Bernickel, Polizeihauptkommissar

Rainer Bernickel


Polizeihauptkommissar
AP Münster
Verkehrssicherheitsberatung

 

Münster, 06.04.2005

 

Für die Fahrer stellt sich täglich die Frage, wann habe ich wo im Land die Chance noch einen Parkplatz zu finden um Lenk-und Ruhezeiten einhalten zu können?

 

Es ist nicht nur eine Frage des Geldes (jede angefangene halbe Stunde kostet 30,–  Euro Bußgeld für den Fahrer bei Überschreitung der Lenkzeit) sondern auch die eigene Gesundheit und das Leben der anderen Verkehrsteilnehmer können bei zu langen Arbeitszeiten durch Übermüdung gefährdet werden. Es wurden Fahrer angetroffen, die ohne eigenes Verschulden mehr als 5 Stunden über die gesetzliche Lenkzeit hinaus  versucht haben, einen geeigneten freien Parkplatz zur Einhaltung der Ruhezeit zu finden.

 

Das Aufkommen des Lkw-Verkehrs steigt kontinuierlich und dadurch auch die Beteiligung an Verkehrsunfällen. Es gibt bundesweit ein Autobahnstreckennetz von 11.785 Km.

 

Das Streckennetz in NRW beträgt 2.178 Km, das sind 18,9 % am Gesamtanteil und im Überwachungsbereich der Bezirksregierung Münster werden ca. 700 km (16 % der NRW Strecken) Autobahn regelmäßig rund um die Uhr überwacht. Hier ist das Aufkommen des Lkw- Verkehrs in den letzten Jahren  um ca. 20 % gestiegen. Der Anteil der an Verkehrsunfällen beteiligten Lkw liegt etwa bei 30 %.

 

Viele Parkplätze an den hochbelasteten Autobahnen in NRW sind insbesondere zu den Spitzenzeiten ( Montags bis Freitags ) absolut überfüllt.

 

Dringende Fälle, wie die im Bereich der Bezirksregierung Münster liegenden Raststätten Münsterland und Tecklenburger Land an der A1, sowie der Rastplatz an der A2 in Bottrop und weitere Problemraststätten in NRW sollen ausgebaut werden.

 

Die Planungen für diese Maßnahmen laufen derzeit mit Hochdruck und sollen bis spätestens 2005 abgeschlossen sein. Kürzere Umsetzungszeiten wären wünschenswert.

 

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat berief im April 2001 eine bundesweite Arbeitsgruppe zu dem Thema  Lkw Parkplätze nach München ein.

 

Ziel dieser Arbeitsgruppe war es, die Problematiken aufzulisten und ein zukunftsorientiertes Konzept zur Erstellung optimalen Parkraumes zu entwerfen. Unter Einbeziehung  aller erarbeiteten Vorschläge wurde ein schriftliches Ergebnis zusammengestellt  und im März 2002 durch den Vorstand des DVR an den Bundesverkehrsminister weitergeleitet.

 

Nicht nur Parkraum zu schaffen sondern diesen auch benutzergerecht auszugestalten muss das Endergebnis aller Bemühungen sein.  Wir brauchen nicht nur den Asphalt sondern wir benötigen zukunftsorientiert den intelligenten Verkehrsraum um Verkehrsströme zukünftig gezielt und störungsfrei lenken zu können.

 

Die Forderungen sind deutlich formuliert und die Fahrer/innen warten berechtigter Weise auf eine Umsetzung ihrer Wünsche unter anderem auch, um schwere Verkehrsunfälle und deren Folgen zu reduzieren. So manchen Lkw-Fahrer überkommt auf der oft vergeblichen Suche nach einem freien Stellplatz die Müdigkeit und die potentielle Gefahr eines folgenschweren Verkehrsunfalles steigt um ein Vielfaches.

 

Nur ausgeruhte Fahrer gefährden sich nicht selbst und sind kein Sicherheitsrisiko für andere.

Eine durch die Verkehrssicherheitsberatung Münster ins Leben gerufene Unterschriftenaktion zur Reduzierung der Parkplatzprobleme auf Autobahnen zeigt die deutliche Zustimmung aller Betroffenen. Die bundesweite Beteiligung von 17.600 Unterschriften die am 12. März 2002 durch den BGL-Vizepräsidenten, Herrn Klaus Peter Röskes, dem Verkehrsausschuss Vorsitzenden im Deutschen Bundestag, Herrn Eduard Oswald übergeben wurden, zeigt  deutlich: diese Aktion traf auf breite Akzeptanz. 

 

Die Verkehrssicherheitsberatungen der Autobahnpolizei in NRW versuchen durch gezielte Kontaktaufnahme zu den  Brummifahrern dieses Problem zu analysieren und mit der Unterstützung von Berufsorganisationen der Fahrer und  anderer beteiligter Institutionen gemeinsam eine Lösung für dieses brennende Problem zu finden.

Der regelmäßig an jedem ersten Mittwoch eines Monats stattfindende  Fernfahrerstammtisch an der A1 in der Raststätte Münsterland-Ost ist bereits zum wiederholten Male mit diesem Problem in eine durch die Fahrer angeregte Diskussionsrunde eingestiegen.  Eine Initiative des Landes NRW beim Bund soll mit einem Sonderprogramm für den Ausbau von Lkw-Parkplätzen auf Autobahnen in  Nordrhein Westfalen für eine Linderung der angespannten Situation sorgen. Der Besuch eines Vertreters des BMV bei einem  Stammtisch, der zu diesem brisanten Thema aus der Sicht des Ministeriums Erklärungen abgab, brachte den anwesenden Fahrern auch keine außergewöhnlichen neuen Erkenntnisse. So sollen den Lkw-Fahrern bundesweit zur Zeit ca. 35.000 Stellplätze zur Verfügung stehen (inkl. Autohöfe). Es ist geplant bis zum Jahr 2010 alleine 30.000 Stellplätze durch den Bund erstellt, den Fahrern zur Verfügung zu stellen. Der Leiter dieser Gesprächrunde, Polizeihauptkommissar Rainer Bernickel  von der Autobahnpolizei Münster, erörtert diese Problematik mit den Fahrern häufig weit über die geplante Zeit eines Stammtisches hinaus.

 

Diesen ist nicht nur an mehr Parkraum gelegen, sondern sie fordern auch eine sinnvolle Gestaltung der Parkplätze.

 

Dazu gehören die Möglichkeit des Parkens auf einer von der Hauptfahrbahn abgewandten Parkfläche damit während des dringend notwendigen Schlafes die Lärmbelästigung durch die vorbeifahrenden Autobahnbenutzer reduziert wird. Auch sollte nach Meinung der Brummifahrer  eine räumliche Trennung der Kühltransporter, die mit lauten Kühlaggregaten gegenüber einem  normalen Lastzug eine enorme Lärmquelle darstellen, vorgenommen werden. Es muss separater Parkraum für die Großraum-und Schwertransporte mit ihren überdimensionalen Abmessungen  geschaffen werden.

 

Die Verkehrsführung  für den Lkw-Verkehr sollte auf den Rastplätzen so ausgestaltet werden, dass die Lkw außerhalb des Pkw-Verkehr, eigenständig eine Verkehrsführung zu ihren Parkplätzen vorfinden und eine gefahrlose Auffahrsituation über die Parkplätze auf die Hauptfahrbahnen gewährleistet wird.

Eine umfassende Medienberichterstattung war hilfreich, das Thema in die Öffentlichkeit zu transportieren, es transparent zu machen und Verantwortliche für dieses Thema zu sensibilisieren.

Die mittlerweile bundesweit Beachtung findenden Fernfahrerstammtische der Autobahnpolizeien sollen dazu beitragen, die Lkw-Fahrer für den Verkehrsraum Autobahn und seine Gefahren sowie für diese Berufsgruppe zutreffenden gesetzlichen Bestimmungen, zu sensibilisieren und so dem Fernziel Senkung der Unfallzahlen  gemeinsam näher zu kommen.

 

Eine  Umsetzung dieser polizeilichen Präventionsarbeit und diese neue erfolgreiche Form der Zusammenarbeit von Fernfahrern und Autobahnpolizeien in allen Bundesländern,  werden als Fernziel angestrebt.

Der Stammtisch in Münster findet jeden ersten Mittwoch im Monat zur gewohnten Zeit ab 17.00 Uhr an der A1, in der Raststätte Münsterland-Ost (Fahrtrichtung Bremen) statt. Das bewährte Team um Hauptkommissar Bernickel erwartet alle Fahrer, die an einer aktiven  Verbesserung ihrer Arbe

 

itssituation und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Autobahnpolizei interessiert sind.

 

Informationen

 

Polizeihauptkommissar
Rainer Bernickel

Tel: (0251) 7988-1416
Fax:( 0251) 7988-1583
Email: rainer.bernickel@muenster-ap.polizei.nrw.de

 


 

 

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